Palm Island

Schatzinsel des Films "Fluch der Karibik" voraus

Montag, 27. Dezember 2021

Weihnachten ist vorbei, vorbei auch das Ausruhen. Es geht weiter! Die Maschine muss nach dem Frühstück nur zur Stromunterstützung für die Ankerwinde laufen, wir gehen fast nur unter Segeln Anker auf. Es ist schwachwindig, und dabei gegen den Wind aufzukreuzen ist mühsam. Außerdem steht zwischen den Inseln die Strömung, die vom Passatwind angetrieben wird. Wir wollen zwischen Union Island und der privaten Hotelinsel Palm Island hindurch Richtung Tobago Cays, können aber die Höhe am Wind nicht halten, die Maschine muss helfen.

Schatzinsel des "Fluch der Karibik" voraus

Ankerplatz vor der Schatzinsel ist leider schon belegt und zu schaukelig

Auf dem Weg hinüber zu den Tobago Cays nehmen wir zunächst Kurs auf die vorgelagerte Insel, auf der Teile des "Fluch der Karibik" gedreht worden sind, ein Mini-Eiland mit weißem Sandstrand. Zum Ankern gibt es eine ziemlich kleine, von Korallenriffen gesäumte Bucht, die dem Wind abgewandt ist. Dort wollen wir, wenn möglich, die nächste Nacht verbringen.

Dort angekommen, stellen wir enttäuscht fest, dass schon andere auf dieselbe Idee gekommen sind. Es liegen dort schon vier Boote vor Anker. Es ist nur noch wenig Platz daneben, entweder zu dicht am Riff oder mit zu großer Wassertiefe zum Ankern und den Wellen ausgesetzt. Das ist mir alles zu unsicher, und schweren Herzens verlassen wir diese Insel, motoren um das Außenriff des Horseshoe-Riffs herum in das Herz der Tobago Cays.

Liegeplatz im Horseshoe-Riff

Ankerplatz im Horse Shoe Riff

Durch die westliche Einfahrt wählen wir einen Ankerplatz an der Kante zum helltürkisen Wasser. Dort ist es aber reichlich flach. Als die Rangers mit dem Motorboot zum Kassieren der Naturschutzpark-Gebühr kommen, empfehlen sie uns, noch einmal umzuankern, weil es gleich nebenan seeehr flach wird. Haben wir selbst schon bemerkt, aber okay, nehmen wir noch ein paar Meter weiter Abstand zum Flach. Beim folgenden ersten Schnorchelgang sehen wir, dass tatsächlich wie abgeschnitten eine Kante im Grund zwischen etwa vier Metern und den eineinhalb Metern Tiefe des sehr hellblauen Wassers liegt. Dort bei Niedrigwasser mit dem Kiel aufzusitzen, wäre in der Tat eine schlechte Idee.

Das Horse Shoe Riff ist gut besucht. Boote mit vielen verschiedenen Nationalflaggen am Heck liegen durcheinander. Vor etwa 30 Jahren war ich schon einmal hier, der Ankerplatz des Katamarans damals lag weiter östlich. In der Erinnerung war das der Höhepunkt der damaligen Charterreise. Sieht es jetzt irgendwie anders aus? Ja und nein. Die Inseln drumherum sind dieselben. Es wirkt aber auf mich als Senior weniger paradiesisch als damals. Merles Begeisterung über dieses Naturwunder kann ich aber gut nachvollziehen.

Nickerchen im Cockpit

Nickerchen im Cockpit

Mich übermannt die Müdigkeit, ein Nickerchen im Cockpit ist unausweichlich. Merle bereitet inzwischen die wasserdichte Gopro-Kamera für einen ersten Schnorchelgang vor. Schließlich taucht hinter unserm Heck immer wieder eine Schildkröte auf, um Luft zu holen für das weitere Abweiden des Seegrases unter unserem Kiel.

Als ich - "na endlich!" - erwache, teile ich erstmals die mitgebrachten Tauchermasken, Schnorchel und Flossen aus. Meine Maske, die ich vor etwa 30 Jahren für meine Tauchausbildung auf den Malediven gekauft hatte, findet Merle besser und reißt sie sich unter den Nagel. Okay, nehme ich halt die neu gekaufte.

Dienstag, 28. Dezember 2021

Am nächsten Tag erkunden wir die Inseln neben uns, zuerst die auf dem linken Foto links oben, danach die rechts oben. Wir erklimmen per Trampelpfad einen Hügel und können von dort wunderbar die ganze Bucht überblicken.
Horse Shoe Reef von oben

Ankerplatz in den Tobago Cays, links Joli Ame nur wenige Meter neben der Flachwasserzone mit der hell-türkisen Wasserfarbe. Oben links unsere erste Ausflugsinsel, oben rechts die zweite.

Auf dem Weg zum Hügel

Prima Aussicht auf dem Trampelpfad zum Hügel der ersten Insel. Sonnenschutz auf dem Kopf geht vor Schönheit. Dort, wo das Wasser helltürkis ist, liegt das Horse Shoe Reef. Gaaanz rechts ruht Joli Ame vor Anker.

Kaktus auf dem Hügel

Ein Teenager einer anderen Familie wandert in Flipflops und ist prompt in die Stachel so eines Kaktus getreten - autsch.

Die andere Seite der Barbecue-Insel

Auf der anderen Seite der Insel liegen weitere Boote vor Anker. 

Barbecue-Platz wird geharkt

Dort bieten Einheimische Barbecue an, der schattige Platz unter den Palmen ist mit Tischen und Bänken ausgestattet. Der Sand wird gerade geharkt, das Grillen für den Nachmittag vorbereitet.

Barbecue-Platz wird geharkt

Die Küche steht wie alles hier im Freien, nur von einem Dach überschattet bzw. vor Schauern geschützt. Gekocht wird mit Gasflaschen. Am späten Vormittag herrscht an den Gästetischen noch tote Hose.

Barbecue-Platz wird geharkt

Wir finden eine schief gewachsene Palme am Strand. Für Merle das "gefundene Fressen" für ein malerisches Chill-out-Foto vom Sehnsuchtsort Karibik. Der Stamm ist schon etwas abgewetzt. Sind wohl schon andere auf dieselbe Idee gekommen - kein Wunder bei diesem Motiv!

Barbecue-Platz wird geharkt

Nächster Stopp: Die Insel mit dem Badestrand. Merle hat so fotografiert, dass keine störenden Leute im Bild sind. Der Strand ist mit Bojen abgetrennt, damit die Badenden nicht überfahren werden. Das schert allerdings die Profi-Skipper nicht, die ihre Gäste mit dem Motorboot dorthin gebracht haben. Sie drehen mit laufendem Motor in der "Einflugschneise" Warteschleifen innerhalb der Badezone, bis ihre Schützlinge genug von Sand und Wasser haben.

Die kleine abgelegene Bucht auf der Badeinsel

Auf der anderen Seite der Badeinsel gibt es noch einen kleinen Strand, der etwas umständlich nur per Kraxeltour zu erreichen ist. Ideal für Verliebte zum Kuscheln. Mangels Partner testet Merle nur mal so den Sand.

Schildkröten in Schnorcheltiefe

Schildkröten in Schnorcheltiefe

Zurück an Bord brauchen wir eine Abkühlung. Wir sehen eine der Schildkröten auf der Seegrasweide unter uns. Die Flachwasserzone neben uns ist ewig breit und besteht nur aus schneeweißem Korallensand. Kein Leben, langweilig. Bis zum Riff ist es eindeutig zu weit "zu Fuß" bzw. zum Schwimmen. Aber direkt unter uns gibt es Einiges zu entdecken.

Rochen verfolgen

Ein Rochen! Hinterher!

Ein Rochen zieht majestätisch seine Bahn, Vattern versucht hinterherzukommen. Sieht klein aus auf dem Foto, der Rochen. Ist er aber nicht, denn zwischen Taucher und Rochen liegen geschätzte fünf Meter. Spannweite etwa ein Meter. Na gut, also doch klein. Sagen wir mal: normal.

Merle mit Tauchermaske in Pink

Merle mit meiner Maske in pink. Die Maske hat ein großes Gesichtsfeld mit seitlichen "Fenstern".

Merle hat mit ihrer Maske zu tun, sie beschlägt schnell. Meine beschlägt auch, lässt aber außerdem ungewöhnlich viel Wasser durch. Liegt es an meinem Stoppelbart? Außerdem wird mir sehr schnell kalt im Wasser. Wir beenden diesen ersten Unterwasserausflug, sind aber begeistert.

Huch, da ist sie wieder, ganz nah, die Schildkröte, die gefühlt alle zehn Minuten zum Luft Schnappen auftaucht. Also: Maske, Flossen und Unterwasserkamera her, rein ins Wasser und auf Fotosafari!
Schildkröte unter Oberfläche

An die Schildkröte kommen wir dicht heran. Offenbar kennt sie hier keine Fressfeinde. So ein "belegtes Brötchen" hat auch eine allzu krosse Kruste - zum Zähne ausbeißen!

Merle im Schlauchboot

Mit dem Schlauchboot fahren wir zum Riff. Dort drehen wir Videos, sehen kleine Fische im Nemo-Format und Korallen in vielen Formen. Unser Versuch, an die Kante des Außenriffs zu gelangen, scheitert, weil der Korallengürtel zu breit, zu flach und somit unpassierbar ist. Vor 30 Jahren hatten wir mit Tauchflaschen eine Passage zum Außenriff gefunden und dort Schwarzspitzenriffhaie und jede Menge Leben beobachtet. Heute müssen wir uns mit einem Plankton fressenden und daher harmlosen Ammenhai von 1,5 Metern Länge begnügen, leider auch ohne Foto.

Karibische Farbenspiele

Diese Farben - traumhaft!

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