Clifton Harbour, Schiffe

Schiffe an Bojen in Clifton Harbour

noch Donnerstag, 23. Dezember 2021

Nachdem wir die Ankunft einigermaßen realisiert haben, schauen wir uns um. Die Schiffe um uns herum, allesamt an Bojen festgemacht, sind zum Teil ebenso wie wir gerade erst angekommen, von wo auch immer. Andere liegen hier offenbar bereits seit Monaten oder länger, verrotten so vor sich hin. Wir packen unser Schlauchboot aus der Tasche aus, die seit Las Palmas an Deck verzurrt war, und pumpen es auf. Ich suche alle Papiere zusammen, die wir zum Einklarieren brauchen, dann geht es an Land, seit 19,5 Tagen erstmals wieder festen Boden unter den Füßen spüren! 

Einfahrt zum Dinghi-Dock

Einfahrt zum Dinghi Dock

Das Dinghi Dock, also die Anlegestelle für Beiboote, meist Schlauchboote mit Außenbordmotor, hat hier einen besonders liebevollen Platz. Ein abgetrenntes Becken in Größe eines stattlichen Swimming Pools erreicht man per Durchfahrt durch eine kleine Brücke. Die Öffnung ist gerade so breit wie ein Schlauchboot. Gegenverkehr geht nicht.

Eine Bekannte fragte, ob es stimmt, dass man "landkrank" sei, also schwindelig, wenn man nach vielen Tagen auf See erstmals festen Boden betritt. Ja, stimmt, bei mir aber nur in der ersten Viertelstunde. Danach fühlt es sich wieder ganz normal an.

Wir orientieren uns. Wo ist das Büro, das als Agent für unsere Einklarierung dient? Wir sind direkt vor einem Gebäudekomplex angekommen, in dem es mehrere Firmen gibt: eine Bar, unsere Einklarierungsagentur, eine Art Reisebüro für Ausflüge aller Art und eine Zimmervermietung. 

Weihnachtsbaum vor Agentur

Weihnachtsbaum vor der Agentur

Vor unserer Agentur "Wind & Sea" steht schon eine Schlange. Wir müssen uns hinten anstellen und uns erst wieder daran gewöhnen, die Corona-Maske zu tragen. Bei der Hitze wirkt der Weihnachtsbaum aus Kunststoff ebenfalls etwas gewöhnungsbedürftig.

Als wir nach einer knappen Stunde endlich dran sind, hat die Dame, die die Papiere prüft, viele Verständnisfragen. Schließlich ist unser Schiffszertifikat in niederländischer Sprache. Obwohl wir auf den Internetseiten Sailclear.com bereits zuhause in Großburgwedel alle Einklarierungsdaten eingegeben haben, trägt unsere Agenturmitarbeiterin alle Angaben händisch auf Papier ein. Warum einfach, wenn es auch umständlich geht. Meine Güte, das dauert. Irgendwann ist Mittagspause, das Büro wird abgeschlossen. Weil es im Wartebereich WLAN gibt, bleiben wir einfach sitzen, nehmen Kontakt zu den Lieben zuhause auf, gratulieren Sohn/Bruder Linus zum 19. Geburtstag und checken unsere Emails von drei Wochen.

Wir haben uns etwas umgesehen. Als wir zurückkommen, ist das Büro zwar wieder offen. Allerdings sitzen ein Uniformierter und ein zivil gekleideter Mann den beiden Damen gegenüber. Es wird lautstark kontrovers diskutiert. Um welche Probleme es geht, kann ich nicht verstehen. Die französische Chefin, Corinne, schließt Tür und Fenster, offenbar ist der Inhalt des Streitgesprächs nicht für die Öffentlichkeit geeignet. Einer Einheimischen vor der Tür deutet sie gestisch an, der Uniformierte sei betrunken, und rollt mit den Augen.

Wir warten und warten. Endlich taumelt der Uniformierte mit dem anderen Mann hinaus. Unsere Mitarbeiterin nimmt die Arbeit an unseren Papieren wieder auf. Sie ruft mich mehrfach hinein, damit ich ihr bei den Angaben helfe. Nach insgesamt etwa dreieinhalb Stunden ist es endlich vollbracht. Fertig? Denkste. Erst Rechnung bezahlen, nix Kreditkarte, Cash only. Die Wegbeschreibung zum Geldautomat ist ebenso kurz wie der Weg selbst.

Die Bank mit dem Geldautomat ist schnell erreicht. Die Benutzerführung ist halbwegs übersichtlich. Beim letzten Schritt hakt es allerdings. Irgendwie kommt kein Geld heraus. Warum? Keine Ahnung. Daneben gibt es einen zweiten Automat. Ich probiere es bei dem. Na also, geht doch. Vielleicht haben andere vor Weihnachten viel Bargeld abgehoben, und der erste Automat ist einfach leer. Merle möchte auch Bares, aber einen deutlich kleineren Betrag. Es hakt beim gleichen Schritt wie bei meinem ersten Versuch. Betrag zu klein? Wir verstehen es nicht, geben aber erst einmal auf. Schließlich wollen wir die Einklarierung abgeschlossen wissen.

Zurück bei der Agentur liefern wir einen stattlichen dreistelligen Betrag ab, bekommen unsere Papiere und Pässe. Und wo geht's zu Zoll und Immigration? Nicht nötig, ist doch alles bereits erledigt! Dafür gebe es doch die Agentur! Ach so.

Nächste wichtige Maßnahme: SIM-Karten für die Handys müssen her. Es gibt hier zwei konkurrierende Netze, Digicell und Flow. Wir gehen die Hauptstraße entlang auf der Suche nach einem Shop. Als erstes fällt uns eine Flow-Verkaufsstelle ins Auge. Die strenge Dame darin fordert genervt: "Sanitize!" Äh, was? Sie wiederholt ihre Aufforderung und zeigt auf das Gerät mit Handdesinfektionsmittel neben der Eingangstür. Auch daran müssen wir uns erst wieder gewöhnen. Schließlich befinden wir uns in einem Hochinzidenzgebiet. Scheint aber nur wenige zu stören. Merles SIM-Karte wird gleich im Laden von der Verkäuferin eingerichtet. Funktioniert. Meine Karte wird dann nur überreicht.

Tsunami-Sammelpunkt am Marktplatz

Tsunami-Sammelpunkt am Marktplatz

Wir wollen noch ein bisschen vom Ort sehen. Vom Boot aus haben wir schon kleine Flugzeuge starten und landen sehen. Diesen Flughafen wollen wir uns aus der Nähe betrachten. Aber zuvor kommen wir am Zentrum vorbei, das wir zwar schon auf dem Weg zum Geldautomaten passiert, aber nicht näher angesehen haben. Der Marktplatz ist ein Halbrund aus Holzbuden. Die einspurige Hauptstraße entlang gibt es viele Bars und Restaurants in einfacher Aufmachung. Alles ist sehr bunt, laut, geruchsintensiv. Die Menschen sind beschäftigt mit Dingen des täglichen Lebens. Wir werden als Exoten nur relativ wenig beachtet, gut so. Allerorten dröhnt laute Weihnachtsmusik aus den Lautsprechern.

Flugplatz

Der Flughafen ist eher ein Flugplatz. Rechts der "Tower", links das Abfertigungsgebäude.

Der Flughafen ist niedlich. Flugbetrieb ist zurzeit nicht erkennbar. Nach den Landungen und Starts am Vormittag ist der Platz wieder in Dornröschenschlaf versunken. Wir stellen uns vor, wie unsere Familie hier zum Weihnachtsurlaub eingetroffen wäre. Meine Frau mit ihrer Flugangst wäre in der Propellermaschine mehrfache Kreislauftode gestorben. Wir machen uns auf den Rückweg zum Dinghi Dock.

Erster Sonnenuntergang am Ziel

Erster Sonnenuntergang auf Union Island

Wir haben Hunger und sind müde nach all den Nächten mit Wachwechseln. Mit dem Schlauchboot kehren wir zurück an Bord, kochen seit Wochen erstmals auf ruhig liegendem Schiff und fallen mit vielen neuen Eindrücken gesättigt in die Kojen.

Bedeckter Himmel

Heiligabend: Bedeckter Himmel. Vor unserem Bug liegt die Kite-Surf-Strecke im Flachwasser, begrenzt durch eine winzige Insel.

Freitag, 24. Dezember 2021

Es steht noch Lebensmitteleinkauf an, denn die folgenden Tage werden wir keine Möglichkeit mehr dazu haben - oder haben wollen. Wir schauen uns das Angebot vor den Holzbuden auf dem "Marktplatz" an. Wir erstehen Obst und Gemüse. Höhepunkt ist eine Ananas. Nach dem Preis gefragt, murmelt die Frau am Stand etwas von 5 Dollar. Kaum hörbar ergänzt sie: pro Pfund. Okay, das leisten wir uns. Die Dame verlangt 10 Dollar. Hä? Ich denke 5! Ja, pro Pfund, ist aber ein Kilo. Die teuerste Ananas, die wir je gekauft haben! Hinzu kommt wohl, dass die Einheimischen gewohnt sind zu feilschen und erst einmal einen Touristenpreis aufrufen. Wenn der akzeptiert wird, lachen sie sich eins ins Fäustchen.

Nach dem langen Rumsitzen und -liegen während der Atlantiküberquerung brauchen wir unbedingt Bewegung. Wir brechen zu einer Wanderung auf die andere Seite der Insel auf. Dort gibt es eine Bar namens Sparrows, benannt nach der orstansässigen Rum-Marke. Ob der "Fluch der Karibik"-Captain wegen product placement denselben Namen trägt, weiß ich nicht. Das Sparrows wirbt mit Angeboten auf Plakaten. Merle sagt, da gehen wir hin.

Wir wandern die Hauptstraße entlang bis zum Ortsausgang, biegen dort in eine Nebenstraße ab und kommen an vielen Wohnhäusern, Hunden und schließlich am Kraftwerk von Union Island vorbei. Am Berghang ist eine große Fläche mit Photovoltaikmodulen aufgebaut. Da lacht mein grünes Herz. Heute ist der Himmel allerdings bedeckt. Daher läuft vermutlich ein Dieselgenerator auf Hochtouren. Es ist jedenfalls ziemlich laut. Da verstummt das grüne Herz. Aber immerhin, wenn die Sonne scheint...

Schildkröte im Gebüsch

Schildkröte im Gebüsch

Wir folgen weiter der Straße und überqueren einen Berg oder Hügel. Auf der anderen Seite liegt ein Binnensee. Schilder erläutern, dass hier bereits seit dem 17. Jahrhundert Salz gewonnen wurde. Wenn das Meerwasser durch die Sonne verdunstet, bleibt das Salz übrig und kann per Schaufel "geerntet" werden. Aha. Eine Naturschutzorganisation hat Vogelbeobachtungspunkte mit Lehrtafeln über die verschiedenen Vogelarten angelegt. Weil es aber inzwischen zu regnen begonnen hat, halten wir uns nicht lange vor den Tafeln auf. Bis zum Strand ist es nicht mehr weit. 

Es schüttet inzwischen wie aus Eimern. Wir werden komplett pitschnass. Weil es aber warm ist, stört das nicht wirklich.

Kühe am Straßenrand

Kühe am Straßenrand

Neben der Straße stehen auf einer Wiese Kühe. Kein Zaun? Nö. Merle hat Respekt vor den großen Tieren und hält sich hinter mir. Ich bin auf dem Lande aufgewachsen und habe in meiner Jugend so manche Kuhweide überquert. Forsch gehe ich weiter. Die Kuh auf dem Foto guckt blöde und rührt sich keinen Zentimeter von der Stelle, als wir vorbeigehen. Siehste, die tut nichts, die will nicht mal spielen.

Kuh, Hund, Schildkröte

Einträchtig nebeneinander: Schildkröte, Kuh, Hund

An der nächsten Behausung gibt es eine richtige Gosse am Straßenrand, die vom kräftigen Regen gut gefüllt ist. Darin badet eine Schildkröte. Der Hofhund steht davor und inspiziert das Panzertier, verzichtet aber auf eine Leibesvisitation. Eine Kuh kommt des Weges. Alle bleiben absolut friedlich. In der Einfahrt zum Hof sehen wir drei weitere Schildkröten. Wenn die hier so zahlreich sind, werden sie ja auch langweilig für den Hund.

noch drei Schildkröten

Noch drei Schildkröten

Weiter geht's, der Regen strömt. Egal inzwischen. Die Straße biegt sich entlang des Hügelrandes. Schließlich erreichen wir wieder Strand und davor das Sparrows. Wir hören vereinzelt Stimmen, aber die kommen wohl aus der Küche. Die Bar ist jedenfalls geschlossen, kein Wunder bei der Tageszeit und bei dem Wetter. Wirkt alles etwas trostlos. Es gibt ein paar Strohsonnenschirme, darunter Tische und Stühle, einen etwas lieblosen Grillplatz und hinter dem Haus ausrangierte Kühlschränke und anderer Müll. Wir verzichten auf die Nachfrage nach einem Drink. In der Bucht liegt eine große Motoryacht vor Anker. Das stark motorisierte Beiboot pendelt zwischen Strand und Yacht. Sieht aber nach Männern der bezahlten Crew aus, weniger nach Gästen. Keine Ahnung, was die da machen.

Wir laufen noch einige Hundert Meter weiter am Strand entlang. Es sieht aber nicht danach aus, dass sich Neues auftut. Also kehren wir um. Schließlich ist Heiligabend, und wir wollen ja noch ein wenig Weihnachtsstimmung auf dem Boot dekorieren.

Strand vor dem Sparrows

Strand vor dem Sparrows

Wir nehmen den Weg auf der anderen Seite des Salzsees. Der geht erst in Sand und Schotter über, dann in einen Slalomkurs um riesige Pfützen. Bei Annäherung krabbelt Kleingetier aus den Pfützen Richtung Wegesrand. Was ist das? Kleine Krebse kleiner als ein Daumennagel. Und: Sie haben einen kräftigen Arm mit einer noch mächtigeren Schere daran. Von einem zweiten Arm ist nichts zu erkennen. Viecher gibt's...

Der Salzsee ist umrundet, es geht wieder bergan. Der 63jährige schnauft und schwitzt, die 25jährige durchtrainierte Sportlerin schreitet gemütlich voran. Jedenfalls wird uns nicht kalt, klatschnass wie wir sind. Immerhin hat der Regen aufgehört.

Auf der Anhöhe blicken wir zurück auf das Nordufer. Schöne Häuser liegen verstreut im Grün auf den Hügeln. In der Ferne erkennt man ein Hotelresort, umgeben wohl von einem Golfplatz, soweit man das aus der Entfernung erahnen kann. Schöne Lage!

Blick vom Hügel auf das Nordufer

Blick vom Hügel auf Häuser im Grünen

Auf der Kuppe erblickt man auf beiden Seiten das Meer. "Unsere" Seite mit dem Hafen wird ebenfalls fotografiert. Ohne Teleobjektiv nur mit dem Handy erkennt man auf den Fotos aber kaum etwas.

Wir kommen an eine Abzweigung mit einem Schild: Hier geht's zum Aussichtspunkt auf dem Berg. Den hatten wir schon vom Hafen aus gesehen. Also gut, gehen wir da auch noch hoch. Das wird allerdings noch einmal richtig strapaziös, weil steil und hört nicht auf. Der Weg ist zwar trocken, durch herabfließendes Wasser aber schwer durchfurcht. Wer hier mit dem Auto hoch will, muss einen "echten" Geländewagen fahren, nicht so einen Asphaltcowboy von SUV. Denn kurz vor dem Gipfel steht eine Bauruine. Ob daran weitergebaut wird, ist nicht zu erkennen. Allein das Material diesen Weg hochzubugsieren ist Hindernis genug.

Blick vom Aussichtpunkt über Landebahn und Hafen

Merle erfreut sich an dem Ausblick

Oben erreichen wir einen ummauerten Platz mit antiken Kanonen. Wer hier Wache hält, kann die Bucht mit dem Hafen prima überblicken. Man sieht schon einen Tag vorher, wer da per Segelschiff zum Angriff anreist.

Zu unseren Füßen liegt der Flugplatz, dahinter der Hafen. Wenn man genau hinsieht, erkennen wir unser Schiff. Aber nur, weil wir wissen, wo es liegt. Inzwischen sind wir wieder komplett trocken.

Kanone

Kanone auf gemauerter Lafette. Die Halterung aus Holz ist im Laufe der Jahrhunderte verschwunden.

Clifton Harbour mit Pfeil aufs Boot

Blick nach Westen über Kanonenfundamente hinweg.

Flugplatz

Der Flugplatz von oben in voller Pracht.

Clifton Harbour mit Pfeil aufs Boot

Clifton Harbour von oben. Der rote Kreis zeigt den Liegeplatz von Joli Ame an der Boje.

Clifton Harbour mit Pfeil aufs Boot

Auf dem Höhepunkt der Wanderung, inzwischen wieder komplett trocken

Nach dem Essen folgt die Bescherung, das Öffnen der schon vor der Abreise von Las Palmas von Solveig liebevoll verpackten Geschenke. Ein Videoanruf bei den Lieben zuhause rundet die Weihnachtsstimmung ab. Trotz der Trennung von etwa 8000 Kilometern Luftlinie ein schönes Fest! Solveig merkt an, dass die Weihnachtsbaumtischdecke keine Tischdecke sei, sondern ein Wandbehang, schließlich liegt ein Weihnachtsbaum ja nicht quer auf dem Tisch. Okay, hängen wir sie über eine Tür. Auch schön!

Weihnachtsfrühstück

"Festlich" gedeckter Tisch für das Weihnachtsfrühstück auf der Terrasse

Samstag, 25. Dezember 2021

Am ersten Weihnachtstag nehmen wir zuerst ein Bad, das erste seit Merles Schwimmeinlage auf dem Ozean.

Danach zelebrieren wir ein festliches Weihnachtsfrühstück mit Spiegelei und Obst. Der Himmel lacht, wir haben für heimatliche Verhältnisse hochsommerliche Temperaturen. 

Merle macht einen Ausflug an Land mit dem Stand Up Paddling Board.

Der Herr Papa macht sich an die anstehenden Reparaturen. Die Dauerbaustelle "Mast des Windgenerators wackelt" will ich nun endlich einer endgültigen Lösung zuführen. Ich habe im Ersatzteil- und Schraubenkasten der Voreigner vier Edelstahlschellen, die aber zu kleinen Durchmesser für den Mast haben. Schluss jetzt mit dem Gehampel, sie werden jetzt so zurechtgebogen, dass drei davon den Mast fest umschließen. Edelstahlbolzen und Muttern habe ich noch von der Solarpanelmontage übrig. Nach einer Stunde steht der Mast unerschütterlich - hoffentlich! Habe ich schon zu oft gedacht...

Nächster Punkt: Der Bolzen, der Mast und Baum verbindet. Beim Montieren des Baums nach dem Maststellen in Workum haben wir versäumt, zwischen Mastbeschlag und Baumbeschlag Kunststoffscheiben einzufügen. Folge: Jedesmal, wenn der Baum sich bewegt, und das ist im Seegang ständig der Fall, klappert und kratzt es am Material. Die Geräuschkulisse lässt wenig Materialschonung erahnen. Außerdem ist die Lösung für die Muttersicherung auf der Steuerbordseite mit dem Draht des Brottütenverschlussen tatsächlich mittlerweile angerostet und muss ersetzt werden.

Zum Einfügen der Kunststoffscheiben muss der Bolzen so weit aus dem äußersten Loch, dass der Spalt für die Scheibe offen ist. Das klappt zügig. Jetzt Scheibe in den Spalt - Problem 1. Wie zentriere ich die Scheibe so, dass der Bolzen erst durch die Scheibe passt und anschließend wieder durch den Baumbeschlag? Eine elende Fummelei mit Schraubendrehern, Messern und anderen Werkzeugen beginnt. Auch jetzt muss der Baum mit Gurten wieder in die richtige Position gezogen/gedrückt werden. Es will einfach nicht gelingen, die Löcher so zu positionieren, dass der Bolzen wieder hindurch passt. Nach einer halben Ewigkeit habe ich eine Seite fertig. Und bitteschön jetzt dasselbe noch einmal auf der anderen Seite! Man könnte meinen, dass es jetzt schneller geht. Weit gefehlt. Die Fummelei bleibt gleich aufwendig. Das Hämmern auf den Bolzen - das Gewinde muss intakt bleiben! - hallt über die Bucht. Mir tun die anderen beiden Ankerlieger leid. Nach einer weiteren Ewigkeit ist auch die andere Seite endlich geschafft - ich auch. Jetzt müssen beide Muttern noch gesichert werden. Splint hindurch geht auf einer Seite, auf der anderen dann nicht, weil die Mutter das Splintloch im Bolzen verdeckt. Lösung: Ich benutze nur einen halben Splint auf jeder Seite! Uff, das war eine Menge harter Arbeit!

Merle auf SUP

Merle kommt zurück vom Landausflug. SUP im Stehen, das erfordert gutes Gleichgewicht. Bei glattem Wasser allerdings kein Problem.

Merle mit Schneckengehäuse

Am Ufer hat sie einen Platz gefunden übervoll mit Schneckengehäusen von den hier allerorten zu findenden Conchs. Alle haben ein Loch an der gleichen Stelle. Vermutlich werden die "geernteten" essbaren Schnecken hier von den Einheimischen ausgeweidet. Eine besonders schöne hat sie mitgebracht.

Schneckengehäuse mit Sonnenuntergang

Schneckengehäuse im Sonnenuntergang. Es gibt noch ein Abendessen, und schon ist der erste Weihnachtstag Geschichte.

Den Rest des Tages vergammeln wir, das haben wir uns verdient. Ein ausführliches Abendessen bei ruhig liegendem Boot krönt den Tag.

Der Skipper
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